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Schätzungsweise 25% aller Baufinanzierungen werden heutzutage in Form eines Fremdwährungskredites aufgenommen. Wie die Bezeichnung schon verrät wird ein Fremdwährungskredit in einer fremden Währung aufgenommen wodurch sich dann die Möglichkeit einer günstigeren Finanzierung ergibt. Ein Fremdwährungskredit kann dann gegenüber einem gewöhnlichen Eurokredit vorteilhaft sein, wenn das Zinsniveau in Ländern außerhalb der EU niedriger ist. Besonders beliebt sind Fremdwährungskredite in Schweizer Franken oder Japanische Yen weil das Zinsniveau in den betreffenden Ländern bereits seit längerer Zeit konstant unter jenem in den Euro Ländern ist.
Für gewöhnlich wird bei einer Baufinanzierung mittels Fremdwährungskredit öfter die Währung gewechselt. Betont werden muss daher jedenfalls, dass die Aufnahme eines Fremdwährungskredits immer auch eine Währungsspekulation ist, sodass man nach der Aufnahme den Devisenmarkt gut im Auge behalten sollte.
Beispiel: Familie Mustermann möchte € 100.000 zum Bau eines Eigenheims finanzieren und entschließt sich zur Aufnahme eines Fremdwährungskredites in US Dollar. Somit wird bei einem angenommenen Wechselkurs von US $ 1,30 je Euro ein Kreditbetrag von $ 130.000 aufgenommen. Die Zinsen und Tilgungsraten des Kredites werden in der Fremdwährung berechnet. Steigt der Wechselkurs (z.B. auf US $ 1,40 je Euro) so verbilligt sich der Kredit; fällt der Wechselkurs so wird es für den Kreditnehmer teuer.
Daher hat sich das so genannte „switchen“ (also das hin und herwechseln zwischen Fremdwährung und Euro) mittlerweile etabliert. So kann es auch dazu kommen, dass der Fremdwährungskredit im Lauf der Zeit zu einem Mehrwährungskredit wird (z.B. Yen, Euro, Schweizer Franken, Dollar) da versucht wird internationale Wechselkurs- und Zinsschwankungen optimal auszunutzen.
Die Absicherung eines Fremdwährungskredits erfolgt durch eine (fondsgebundene) Lebensversicherung oder Investitionen in einen reinen Fonds. Neben dem Wechselkurs- und Zinsentwicklungsrisiko entsteht dadurch ein weiteres Risiko, nämlich, dass der Fonds am Ende der Laufzeit des Fremdwährungskredites nicht die erwarteten Erträge eingebracht hat und somit die die fällige Tilgung nicht aufgebracht werden kann.
Zusätzlich zu diesen Risiken entstehen beim Fremdwährungskredit noch Mehrkosten im Vergleich zum gewöhnlichen Eurokredit. Diese zusätzlichen Kosten können Bearbeitungsgebühren, Fremdwährungsgebühren, Verrechnungskontos für Fremdwährungen etc sein. Darüber hinaus dürfen auch steuerliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden (z.B. Versteuerung von Erträgen aus Währungsspekulationen).
Vorteile eines Fremdwährungskredites:
- Mögliche Gewinne aus Währungsspekulationen
- Möglichkeit einer günstigen Finanzierung durch niedrige Zinsen
Nachteile eines Fremdwährungskredites:
- Risiko von Verlusten aus Spekulationsgeschäften und Zinsschwankungen
- Höhere Gebühren im Vergleich zum Eurokredit
- Die ständige Beobachtung des Devisenmarktes und der Zinsentwicklungen erfordert einen hohen Zeitaufwand
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