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BAUFINANZIERUNG - MIETKAUF

Wer mittel- oder langfristig an den Kauf einer Immobilie denkt, sich allerdings noch nicht festlegen will oder derzeit noch nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, für den könnte ein so genannter Mietkauf interessant sein. Beim Mietkauf sichert sich der Mieter einer Wohnung oder eines Hauses das Recht die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fixen Preis zu kaufen.

Der Mieter bezahlt also wie bei einer gewöhnlichen Miete monatlich einen bestimmten Betrag für die Nutzung der Immobilie. Entscheidet er sich dann innerhalb einer (zuvor festgelegten) Frist für den Erwerb der Immobilie, dann wird die bis dahin bezahlte Miete teilweise vom fixierten Kaufpreis abgezogen. Der Mieter muss allerdings neben der monatlichen Mietzahlung noch Geld für den späteren Kauf der Immobilie ansparen was eine erhebliche Doppelbelastung darstellen kann.


Die wichtigsten Rahmenbedingungen beim Mietkauf:
  • Man zieht als Mieter in die Immobilie ein. Der Verkäufer der Immobilie bleibt Eigentümer.
  • In manchen Fällen muss eine Anzahlung geleistet werden welche dann beim Kauf der Immobilie vom Kaufpreis abgezogen wird
  • Der monatlich zu bezahlende Betrag setzt sich aus der Gebühr für die Nutzungsüberlassung (die Miete im eigentlichen Sinn), dem Mietzins (vergleichbar mit dem Kreditzins) und einem Tilgungsanteil (vergleichbar mit der monatlichen Rate bei einem gewöhnlichen Ratenkredit) zusammen.
  • Die Mietzeit vor dem Kauf der Immobilie liegt für gewöhnlich zwischen 20 und 30 Jahren
  • Nach Ablauf der Mietzeit wird der Kaufpreis fällig

Vielfach wird damit geworben, dass sich der Mietkauf besonders für Menschen eignet die über nur wenig Eigenkapital verfügen und daher nicht für eine gewöhnliche Baufinanzierung in Frage kommen. Dies ist allerdings nur bedingt ein schlagkräftiges Argument für einen Mietkauf, denn obwohl es durchaus empfehlenswert ist bei einer Immobilienfinanzierung 30% des Kaufpreises als Barmittel einzubringen, so ist es durchaus möglich auch ohne Eigenkapital eine Immobilie durch einen gewöhnlichen Immobilienkredit zu finanzieren. Einige Anbieter finanzieren Immobilien sogar mit bis zu 120% des Beleihungswertes.

Wer sich dennoch ernsthaft für einen Mietkauf interessiert der sollte bedenken, dass die gesamte monatliche Belastung beim Mietkauf in den meisten Fällen höher ist als bei einer gewöhnlichen Immobilienfinanzierung, denn zusätzlich zur Miete muss nebenher auch noch für den späteren Kauf der Immobilie angespart werden.

Fragen die vor dem Abschluss eines Mietkauf-Vertrages zu klären sind: 

  • Was passiert mit den geleisteten Mietzahlungen wenn man sich dazu entscheidet die Immobilie nicht zu erwerben?
  • Was geschieht im Falle einer Insolvenz des Verkäufers oder eines Privatkonkurses des Mieters?
  • Ist eine Übertragung des Mietkauf-Vertrages auf andere ohne weiteres möglich
Allgemein kann noch festgehalten werden, dass der Mietkauf ein noch relativ junges Finanzierungsmodell ist und daher noch Erfahrungswerte fehlen. Umso wichtiger ist es daher sich umfassend über alle Rahmenbedingungen eines Mietkauf-Vertrages zu informieren. Es schadet allerdings auch keinesfalls wenn man sich unverbindlich über Konditionen für einen gewöhnlichen Immobilienkredit informiert.